Hoffen – Helfen – Heilen

„Das ist keine große Sache.“ Patrick Casper ist 19 Jahre alt und wirbt für die Registrierung als Stammzellspender. Seit einem Jahr ist der Lötzbeurener (Rhein-Hunsrück-Kreis) als Spender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert, die seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke bietet. Im Moment macht er eine Ausbildung zum Fluggerät Mechaniker im Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Als nun der Anruf kam, dass er einem Patienten mit einer Stammzellspende helfen kann, war klar: „Das mache ich.“
Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. So wird für jeden Patienten muss ein persönlicher Therapieplan erstellt. Oftmals reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung aber nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Diese Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Genau mit Hilfe dieses Verfahrens wurden jetzt bei Patrick Casper Stammzellen entnommen: „Die Nebenwirkungen wie Kopf- und Gliederschmerzen sind okay, wenn man weiß, dass man jemandem damit vielleicht das Leben retten kann.“ Genau diese Einstellung hat auch sein Vater Elmar Casper, selbst als Spender registriert ist: „Ich bin stolz auf Patrick, dass er das macht.“ „Typisierung“ lautet der Fachbegriff für die Registrierung als Stammzellspender: Nach einer entsprechenden Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe – kaum ein Fingerhut voll wird benötigt – werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen HLA-Labor bestimmt und in der Datei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Diese Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingespeist. 30 Dateien – wie die Stefan-Morsch-Stiftung- tragen die Daten der Spender dort ein, damit sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen. Mit jedem neu gewonnen Spender erhöht sich somit die Chance, dass Menschen mit Blutkrebs geholfen werden kann.

Patrick Casper, der in seiner Freizeit gerne Mountainbike fährt, erzählt, dass auch seine Vorgesetzten in Büchel ihn unterstützen. Er wünscht sich, dass noch mehr Jugendliche sich als Spender zur Verfügung stellen: „Das kann man ruhig mal machen, um jemandem damit zu helfen.“

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich auf dem Feierwehrfest in Simmern am 3. Juni 2012, zwischen 11 und 14 Uhr. Wer sich dann als Stammzellspender registrieren möchte, kommt einfach zum Stand der Stefan-Morsch-Stiftung.