Hoffen – Helfen – Heilen

Das Leiden eines leukämiekranken Mädchens hatte Ronny Onischke 2004 dazu bewegt, sich als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld registrieren zu lassen. Der 43 Jährige Siegener ist mittlerweile selbst Familienvater und so war es keine Frage, dass er sich zur Stammzellspende bereit erklärt, als der Anruf kam, dass mit seiner Hilfe ein leukämiekranker Patient vielleicht geheilt werden kann.
Ronny Onischke arbeitet in einer Gießerei – stellt Stahl er. In seiner Freizeit kümmert er sich um Haus und Garten, Kocht und wenn dann noch Zeit bleibt, boxt er. Er weiß bestimmt, wie hart das Leben sein kann. Deshalb hat er jetzt vor der Stammzellspende ein Fitnessprogramm eingelegt: „Ich habe aufgehört zu rauchen, ich habe keinen Alkohol getrunken und viel Sport gemacht.“ Das alles in dem Gedanken, dem Patienten etwas Gutes tun zu wollen.

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. So wird für jeden Patienten muss ein persönlicher Therapieplan erstellt. Oftmals reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung aber nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Diese Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Genau mit Hilfe dieses Verfahrens wurden jetzt bei Ronny Onischke Stammzellen entnommen. Seine Familie und Freunde sind Stolz auf ihn und auch in seiner Firma hat man ihn unterstützt. Ronny Onischke wirbt für die Registrierung als Stammzellspender: „Der Aufwand, den man selbst hat, ist gering, im Vergleich zu der Chance vielleicht jemandem das Leben zu retten.“