Hoffen – Helfen – Heilen

„Ich habe mich typisieren lassen, weil ich das eine gute Sache fand.“ Silke Uhlig aus Großrosseln (Regionalverband Saarbrücken) ist seit 12 Jahren als Stammzellspenderin in der Stefan-Morsch-Stiftung registriert. Die Birkenfelder Stiftung ist die älteste Stammzellspender-Datei Deutschlands und bietet seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie-Und Tumorkranke an. Wenige Tage bevor in ihrem Heimatort in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Fußballverband für neue Stammzellspender geworben wird, war Silke Uhlig in Birkenfeld, um für ein 16 Jähriges Mädchen zu spenden, dass an Blutkrebs erkrankt ist.
„Das Mädchen könnte meine Tochter sein. Ich wäre froh, wenn auch mir jemand in dieser Situation helfen würde“, wirbt die 34 Jährige Altenpflegehelferin für eine Registrierung als Stammzellspender. „Typisierung“ lautet der Fachbegriff: Nach einer entsprechenden Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe – kaum ein Fingerhut voll wird benötigt – werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen HLA-Labor bestimmt und in der Datei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Diese Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingetragen. 30 Dateien – wie die Stefan-Morsch-Stiftung- tragen die Daten der Spender dort ein, damit sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen. Mit jedem neu gewonnen Spender erhöht sich somit die Chance, dass Menschen mit Blutkrebs geholfen werden kann.

„Hol Dir den Kick, rette Leben“ – unter dieser Überschrift werben die Stefan-Morsch-Stiftung und der Saarländische Fußballverband seit einem Jahr junge Sportler, die sich als Stammzell-Spender registrieren lassen. Und so wird die Stefan-Morsch-Stiftung auch beim Kreisentscheid zum 7. E-Jugend-Cup vor Ort sein, der am Samstag, 28. April, ausgetragen wird. Ab 14.30 Uhr kann man sich in Großrosseln auf dem Rasenplatz St. Nikolaus in der Merlebacher Straße registrieren lassen.

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Chemotherapie und Bestrahlung reichen oft nicht aus, um den Patienten zu heilen. Dann kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders, mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark.

Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) – etwa bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld – ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden. Silke Uhlig, Mutter von zwei Kindern, ist froh, dass sie helfen konnte – auch wenn die Entnahme für sie anstrengend war: „Das steht aber in keinem Verhältnis zu dem, was man durch die Stammzellspende bewirken kann.“