Hoffen – Helfen – Heilen

Helfen ist für Simon Morkel aus Rennerod etwas Selbstverständliches. Regelmäßig spendet der 27-Jährige Blut. Bei einer Blutspende vor drei Jahren ließ er sich spontan als potentieller Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, registrieren. Als ihn nun die Stiftung darum bat, für eine Leukämiepatientin Stammzellen zu spenden, um ihr eine Überlebenschance zu geben, war Simon Morkel sofort bereit zu helfen.Simon Morkel lebt im Westerwald. Er ist Sachbearbeiter bei LKH Kunststoffwerk in Heiligenroth. Zur Blutspende geht er schon seit er bei der Bundeswehr war. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bittet die Soldaten regelmäßig darum, sich als Blutspender zu Verfügung zu stellen. Bei einer dieser Blutspenden in Rennerod im Jahr 2010 war auch die Stefan-Morsch-Stiftung vor Ort. Sie bot den Blutspendern an, sich gleichzeitig typisieren zu lassen. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ leistet die Stiftung seit fast 30 Jahren schnelle und persönliche Hilfe für Krebskranke und ihre Familien. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Oftmals reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt. Deshalb ist die Stefan-Morsch-Stiftung nahezu täglich in ganz Deutschland unterwegs, um über das Thema Stammzellspende aufzuklären – auch in vielen Bundeswehrstandorten.
Auf diesem Weg ließ sich auch Simon Morkel, der gerne Fußball und Basketball spielt, typisieren. Ihm wurde ein kleines Röhrchen voll Blut, etwa 5 ml abgenommen und im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung auf seine Gewebemerkmale, die HLA-Werte, hin untersucht. Benötigt ein Patient eine Transplantation, werden seine HLA-Werte mit denen von potentiellen Spendern in der Datei verglichen. Um als Spender in Frage zu kommen stimmen im Idealfall zehn von zehn dieser Werte überein. In den Knochenmark-und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung sind weltweit rund 22 Millionen Menschen registriert und trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet.
Ein Leukämiepatientin hatte Glück: Zu ihren Gewebemerkmalen wurde ein passender Spender gefunden: Simon Morkel. Im Sommer 2013 meldete sich die Stefan-Morsch-Stiftung bei ihm. Zwar überraschte ihn der Anruf, aber er sicherte seine Hilfe sofort zu.
Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt die Patientin ein neues blutbildendes System. Diese Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm – niemals aus dem Rückenmark. Oder die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation – wie bei der Stefan-Morsch-Stiftung – werden dann die Stammzellen herausgefiltert.
Simon Morkel entschied sich für die zweite Variante, die im Durchschnitt etwa vier Stunden dauert. Um zu helfen, nimmt er das gerne in Kauf: „Es ist wie eine Blutspende“, sagt er. „Ich hoffe, dass es der leukämiekranken Frau hilft, das ist das Wichtigste!“