Hoffen – Helfen – Heilen

Auf seinem T-Shirt steht „Nicht quatschen – machen“: Thomas Adler ist 31 Jahre alt, Elektrotechniker und bei der Freiwilligen Feuerwehr Selm engagiert. In Selm hat er sich auch vor 10 Jahren als StammzellStammzellenspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. Jetzt stimmen seine Gewebemerkmale mit denen eines leukämiekranken Patienten überein. Für Thomas Adler keine Frage: „Als Feuerwehrmann helfe ich sowieso, da kann ich es auch auf diese Art machen.“
In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als zehntausend Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie Leukämie. Oftmals reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus, um den Patienten zu heilen. Die Transplantation von Knochenmark oder peripheren Blutstammzellen gesunder Stammzellenspender dann einzige Chance, das Leben zu retten. Mit der Transplantation bekommt der Patient ein neues, gesundes blutbildendes System. Eine solche Übertragung ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. KnochenmarkStammzellenspender zur Verfügung stellt. Deshalb wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung für eine „Typisierung“ – eine Registrierung in der Stammzellenspenderdatei. Das bedeutet: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Stammzellenspender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten geben.

Aus einer Blutprobe(knapp ein Fingerhut voll Blut) werden die Gewebemerkmale des Stammzellenspenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Stammzellenspenderdatei gespeichert. Denn für den Erfolg der Übertragung ist eine nahezu vollständige Übereinstimmung der HLA-Gewebemerkmale (Humane Leukozyten-Antigene) von Empfänger und Stammzellenspender notwendig. Mit jedem Unterschied steigt beim Patienten das Risiko, dass es zu bedrohlichen Komplikationen kommt. Nur für etwa ein Drittel der Patienten werden Stammzellenspender in der eigenen Familie gefunden. Deswegen muss bei der überwiegenden Anzahl der Patienten nach einem nicht verwandten Stammzellenspender gesucht werden. Die Stefan-Morsch-Stiftung speist die Daten ihrer Stammzellenspender anonymisiert in das Zentralregister in Ulm eint, wo sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen. Mit jedem neu gewonnenen Stammzellenspender erhöht sich somit die Chance, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann.

Die Anfrage der Stefan-Morsch-Stiftung war nach 10 Jahren, in denen Thomas Adler den Stammzellenspenderausweis schon besitzt, überraschend. Aber seine Antwort auf die Frage, ob er denn immer noch bereit sei, sich als StammzellStammzellenspender zur Verfügung zu stellen, kam prompt: „Wann soll ich wohin kommen?“ Und ebenso eindeutig war auch die Reaktion seines Arbeitgebers. Die Firma Ritter Starkstromtechnik hat nicht nur ihre Dienstpläne so koordiniert, dass Thomas Adler zur Stammzellentnahme nach Birkenfeld kommen konnte, sie hat auch zugunsten der Hilfe für Leukämiekranke auf die Erstattung des Verdienstausfalls verzichtet.