Hoffen – Helfen – Heilen

Stammzellspende? „Für mich war von vorneherein klar, dass ich das mache“, sagt Torsten Menn aus Hilchenbach (Kreis Siegen-Wittgenstein), der damit einem Leukämiepatienten vielleicht das Leben retten kann. – jemandem, den er gar nicht kennt, der aber fast sein „genetischer Zwilling“ sein könnte. Acht Jahre lang war der Zerspanungsmechaniker bei der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert. Jetzt wurde er als Spender gebraucht. Leukämie ist nur eine der vielen bösartigen Erkrankungen, die eine Übertragung gesunder Blutstammzellen erfordern können. Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System – seine einzige Chance auf Leben, wenn Chemotherapie oder Bestrahlungen nicht geholfen haben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich typisieren lassen – sprich: als Stammzellspender in einer Spenderdatei wie der Stefan-Morsch-Stiftung erfasst sind. Um Stammzellen transplantieren zu können, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient übereinstimmen. So sind in den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung zwar weltweit mehr als 20 Millionen Menschen registriert – trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet.
Torsten Menn ist so ein Glücksfall. Er hat sich als Spender zur Verfügung gestellt. Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wurde Torsten Menn vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation wurden dann die Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert bzw. zentrifugiert. Apherese heißt dieses Verfahren. Bei der zweiten, klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme punktieren Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Über die Art der Spende entscheidet der Stammzellspender. Menn, Vater eines kleinen Jungen, hat sich entschieden. Er würde wieder bereitstehen, wenn er gefragt würde: „Weil man vielleicht irgendwann, irgendwem helfen kann.“